Seltene Vögel

Kieshofer Moor verliert seinen Seeadler
Noch heute werben staatliche Stellen mit dem dortigen Seeadlerhorst – doch der ist leer, weil der Wald, in dem er stand, abgestorben ist. Schleichende Vernässung über Jahre sollte das dortige Moor vergrössern.

 

Störche finden im Schilf keine Nahrung
Thomas Traeger: Sie können sich heute nicht mehr vorstellen, was sich da noch vor ein paar Jahren getummelt hat: Frösche, Aale – sie kamen aus dem Königsgraben – wenn ich da gemäht habe, kamen 20 Störche, sogar zwei Schwarzstörche waren dabei.

Jetzt findet sich hier kein einziger Frosch mehr – es gibt keine Nahrung in dem Stinkewasser. Wir hatten hier drei verschiedene Arten von Fröschen – alles weg!
Das Storchenpaar von Tremsdorf schmeisst jedes Jahr ein oder zwei der Jungen aus dem Nest – letztes Jahr haben sie alle rausgeschmissen! Der Naturpark schreibt dann auf das Schild eine Null – als hätten die Störche gar nicht gebrütet, – wir aber heben die Leichen auf und sehen, was wirklich passiert war.
Das einzige was in dem fauligen Wasser gedeiht sind Fliegen, Mücken und Bremsen.

Thomas Träger wohnt neben dem Storchennest und kommentiert die Eintragungen des Fördervereins zum Jahr 2006: Von wegen „0“ – 3 Junge waren es, und alle wurden von den Eltern aus dem Nest geschmissen.
2009 waren 4 Junge im Nest und 2 warfen sie raus, 2010 waren es 3 und einer musste gehen, 2011 haben sie alle 3 getötet. Die Leichen liegen dann hier neben dem Kalender.

 

Käuzchen
Bei Trägers wohnte eine Schleiereule, dann siedelte sich vor zwei Jahren ein Käuzchen an. Deshalb hatten sie nichts dagegeen, dass der Förderverein auf den Hof der Trägers sechs Niströhren mit Käuzchen platziert. Bis auf eines und und das alte Käuzschen sind alle zu Grunde gegangen. Sie fanden keine Nahrung.

 

 

Eisvogel
Thomas Traeger: Am Königsgraben bei der Tremsdorfer Brücke gab es ein Eisvogelpärchen (Alcedo atthis), ein weiteres 800 Meter weiter oben und eins 500 Meter weiter unten am Graben. Trägers Kinder sassen am Königsgraben und haben den anderen Dorfkindern beim Fischen zugeschaut (Aale, Forellen, Hechte und Krebse) und schauten den Eisfischern zu, den Libellen und Fröschen. Innert weniger Jahre sind all diese Tiere verschwunden, denn in dem gestauten Wasser ist kein Leben mehr, es ist tot, eine stinkende Brühe.


Foto: An diesem Graben nisteten drei Eisvogelpaare

„Wenn Matthias Freude den Rückgang des Eisvogels beklagt, sollte er vielleicht bedenken, dass der eine Uferböschung zum Brüten braucht. Was aber, wenn alle Gräben randvoll sind…?“ fragt Otto Kurth, Vorsitzender des Hegerings Zollbrücke in der MOZ.